Studie zum Onlinehandel in Deutschland im Jahr 2011Studie zum Onlinehandel in Deutschland im Jahr 2011Studie zum Onlinehandel in Deutschland im Jahr 2011

Bereits zum dritten Mal hat das EHI Retail Institute, aus dessen Hause unser Partner „EHI Geprüfter Online-Shop“ kommt, eine ausführliche Studie zum Thema eCommerce in Deutschland herausgebracht. Bei dieser umfassenden Studie mit dem Titel „E-Commerce-Markt Deutschland 2011“ wurden die „1.000 größten Online-Shops für physische und digitale Güter“ genau unter die Lupe genommen und in verschiedenen Rubriken betrachtet. Wie sieht die Zukunft des Onlinehandels aus und welchen Weg sollten Onlinehändler gehen, um den gewünschten Erfolg zu haben? Die Marktanalyse liefert Antworten auf diese Frage, die dem erfolgsorientierten Händler als wertvolle Entscheidungshilfe dienen können.

Zweistellige Wachstumsraten durch Internethandel

Eindrucksvoll ist der Umsatz des Gesamtmarktes. Dieser liegt laut Studie bei 22,7 Milliarden Euro, was einer Steigerung von 2,7 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der größte Onlineshop gemessen am erwirtschafteten Umsatz ist – wie erwartet – der Generalist Amazon, wobei hier die Grenze zwischen Shop und Plattform als fließend zu bezeichnen ist. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die traditionsreichen deutschen Händler „Otto“ und „Neckermann“ mit deutlich überdurchschnittlichen Wachstumsraten.

Der Firmenstandort weniger von Gewicht

In der Rangliste der „Top 1.000 Onlineshops“ fällt bei einem Blick auf die angegebenen Postleitzahlen zunächst auf, dass die Webshops gleichmäßig in ganz Deutschland verteilt sind. Es ist kein besonderes Gefälle zu erkennen. Der Firmenstandort ist beim Internethandel also weniger wichtig als im stationären Geschäft.

GmbH führende Rechtsform

Die mit Abstand am häufigsten gewählte Rechtsform der Onlinehändler ist die „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ (GmbH), die auf 56 % kommt. Dahinter liegen die „GmbH & Co. KG“ mit knapp 14 %, die inhabergeführten Einzelunternehmen mit etwa 8 % sowie die Aktiengesellschaft („AG“) mit circa 6 %. Während die GmbH mit gut 46 % auch den höchsten Umsatzanteil besitzt, schneiden die Einzelunternehmer mit gerade einmal 2 % Umsatzanteil vom Gesamtmarkt schlecht ab.

Stationärer Handel holt auch im Internet auf

Ein weiterer Punkt ist die Tatsache, dass unter den 1.000 größten Webshops fast 44 % der Unternehmen „Internet-Pure-Player“ sind oder waren, das heißt, sie haben ihre Geschäftstätigkeit im Internet begonnen. Etwas mehr als 30 % haben im stationären Handel begonnen, knapp 16 % im Versandhandel. Dies erlaubt den Rückschluss, dass diejenigen stationären Händler, die das „Risiko Onlinehandel“ eingegangen sind, sich zunehmend auch im Internethandel durchsetzen und etablieren konnten.

Mehrere Vertriebskanäle als Erfolgsfaktor

Die Studie zeigt außerdem, dass 80 Prozent der untersuchten Onlineshops zusätzliche Vertriebskanäle zum Verkauf ihrer Produkte nutzen, darunter z. B. Auftritte bei den bekannten Handelsplattformen Amazon und eBay.

EHI-Siegel beliebtestes Zertifikat der Erfolgreichen

Mehr als ein Viertel der „Top 1.000 Onlineshops“ ist durch das EHI zertifiziert und trägt das Gütesiegel „EHI Geprüfter Online-Shop“. Diese Shops vereinen auch fast 40 % des Marktumsatzes auf sich.

„Social Media Marketing“ auf dem Vormarsch

„Social Media Marketing“: ein in letzter Zeit häufig verwendeter Anglizismus. Umso weniger überrascht es, dass nunmehr über 50 Prozent aller Onlineshops ein Profil bei „Facebook“ besitzen; im Vorjahr waren es noch 33 Prozent. Das soziale Netzwerk ist somit die klare Nummer eins unter den Marketinginstrumenten.

Bewertungen als Vertrauensfaktor

Darüber hinaus geben ungefähr ein Drittel der Internethändler ihren Kunden die Möglichkeit, erworbene Produkte oder den Shop an sich zu bewerten.

Vorauskasse kein Erfolgshindernis

Schaut man sich die angebotenen Zahlungsarten an, so liegen hier Kreditkarte und Vorauskasse bzw. Überweisung vorne. Diese Zahlungsverfahren erlauben über 70 % der Onlineshops, wohingegen einen Kauf auf Rechnung oder per Nachnahme lediglich rund 40 % der Shops anbieten. Offenbar gibt es – anders als oft angenommen – Vorbehalte gegenüber diesen Zahlungsverfahren und nicht gegenüber der Vorauskasse.

Deutsche Post DHL Versandunternehmen Nr. 1

Des Weiteren liefert die Studie die Erkenntnis, dass die Hälfte der Webshops als Versandart „Deutsche Post DHL“ wählt. Sie ist damit am stärksten vertreten.

Fazit: Alles Amazon oder was?

Welches Fazit kann man aus der Studie „E-Commerce-Markt Deutschland 2011“ ziehen? Zunächst gilt festzuhalten: Der Onlinehandel wächst weiterhin rasant, sein Potential ist noch längst nicht ausgeschöpft. Allerdings ist hier ein Konzentrationsprozess festzustellen. Die großen Anbieter bzw. Generalisten wachsen deutlich überdurchschnittlich gegenüber dem Rest und erwirtschaften mit 8,3 Mrd. Euro über ein Drittel des Gesamtumsatzes. Der „größte Teil des Kuchens“ geht insoweit an Amazon, das es mittleren und kleinen Händlern zunehmend schwer macht, im Wettbewerb zu bestehen. Während „Böse Zungen“ nun behaupten werden, dass allein die Marktmacht Amazons etliche kleinere Onlineshops überflüssig erscheinen lässt, ist andererseits absehbar, dass die Politik von Amazon, erfolgreiche Produkte von Amazon-Händlern einfach selbst anzubieten, mittelfristig erfolgreiche Händler von dieser Plattform „vertreiben“ wird. Man wird daher mit Spannung beobachten, in welche Richtung sich diese Plattform entwickeln wird. Detailliertere Informationen und Fakten zu der Studie finden Interessierte auf folgender Webseite: www.ehi.org/e-commerce-studie Nähere Informationen zum Erfolgsfaktor EHI-Siegel finden Sie unter: http://www.it-recht-plus.de/service/?p=444.

(Quelle: E-Commerce-Markt Deutschland 2011 – Marktstudie der 1.000 größten Online-Shops für physische und digitale Güter)